Wenn die Pfanne nicht gross genug sein kann… Kochen mit dem Hockerkocher

Wie wir alle wissen, ist das Grillen eine der vielfältigsten Zubereitungsmethoden – schon deshalb, weil die Palette der Rezepte von fleischleistig bis hin zu vegan reicht, es hunderte Würzmethoden und etliche verschiedene Grill-Arten gibt. Indirektes Grillen, das Smoken also, unterscheidet sich vom direkten Grillen auf dem Rost, der natürlich auch auf unterschiedliche Weisen befeuert werden kann. Elektrisch, mit Holzkohle, mit echtem Holz und offenem Feuer, aber auch mit Gas wird heute allerorts gegrillt: Auf dem kleinsten Balkon, im großen Familiengarten, im Park und am Fluss oder Strand – sofern denn auch erlaubt oder geduldet (so wie in Bremen am Osterdeich derzeit). Gekrönt wird das alles noch von Grillgeräten in rund und rechteckig, mit oder ohne Deckel, als transportables Gerät oder Luxus-Grillwagen ähnlich einer kompletten Outdoorküche.

Hockerkocher

Ein eher unauffälliger Vertreter der Grillgeräte-Riege, dem ich mich heute mal im Detail widmen möchte, ist der sogenannte Hockerkocher. Anders als ein XXL-Gas-Grillwagen mit großem Unterschrank, praktischem Ausklapptisch und sonstigen Finessen steht er im Vergleich fast schon schüchtern in der Ecke bis sein großer Auftritt, oft in Verbindung mit einer Riesenpfanne, kommt. Der mit Gas betriebene Hockerkocher ist schnell in Betrieb genommen; er lässt den Wok oder die Pfanne darauf schnell in Betriebstemperatur kommen – bei gleichmäßiger Hitzeverteilung, was entschieden von Vorteil ist.

Hockerkocher für Wok und Pfanne
Es schmeckt nicht nur wunderbar, wenn fernöstliche Köstlichkeiten frisch im Wok zubereitet werden – es hat auch einen gewissen Show-Effekt, wenn der Grillmeister einmal nicht das Steak auf dem Rost wendet, sondern vor den Augen aller Gäste knackiges Gemüse und saftiges Fleisch in ein fantastisches asiatisches Mahl verwandelt. Gleichsam kann aber mit dem Hockerkocher – und hier einmal nicht mit Wok, sondern mit Riesenpfanne – eine spanische Paella „gekocht“ werden. Der herrliche Duft zieht in die Nasen der Eingeladenen, der Appetit wächst und die gute Laune kommt beim Essen sozusagen von selbst. Als Abwechslung, als Clou, aber auch als willkommene Kochgelegenheit für das nicht-alltägliche Essen mit Urlaubsfeeling bringt der Hockerkocher (auch Wok-Kocher) genannt, spannende Neuheiten in den Speiseplan.

Die Befeuerung von Gas bis Induktion
Es gibt den Hockerkocher in einigen Varianten – die Auswahl richtet sich sowohl in der Größe, in der Leistung und auch der Befeuerungsweise nach den Bedürfnissen des Nutzers. Gastronomische Großgeräte, die es sogar als Doppelhockerkocher gibt, können beispielsweise mit Gas oder Induktion erworben werden; ganz großen Show-Effekt erreicht man aber auch mit Geräten, die eigentlich nur eine Metallkonstruktion zum Gebrauch über dem offenen Feuer darstellen. Ähnlich sehen auch die Angebote für den privaten Gebrauch aus – nur meistens etwa kleiner, da die Personenzahl und damit Lebensmittelmenge natürlich nicht wie in einem spanischen oder asiatischen Restaurant anfällt – es sei denn man hat sehr gefräßige Freunde 😉

Riesenpfanne und Wok – Material und Größe
Die Pfannen beziehungsweise Woks, die auf dem Hockerkocher genutzt werden, gibt es in sehr unterschiedlichen Größen zu kaufen. Gusseisen, aber auch Edelstahl sind die besten Materialien – eine Beschichtung (etwa Teflon) ist hier nicht unbedingt von Vorteil. Durch die möglichen hohen Temperaturen, aber auch einige Hausfrauentricks, etwa das Nutzen von Zitrone und Backpulver, ist eine Reinigung kein Problem. Die beschichteten Versionen sind eher für den Gebrauch auf dem Küchenherd geeignet – im kleineren Rahmen, für jene, die bis zur nächsten Party bei schönem Wetter nicht warten wollen.

Riesenpfannen können in unterschiedlichen Durchmessern und Fassungsvermögen gekauft werden. Beim Kauf sollte auch auf die Höhe des Randes geachtet werden; gleichfalls ist zu beachten, ob eher eine Riesenpfanne mit Stiel oder mit Griffen gewünscht ist. Wer regelmäßig zum asiatisch-kulinarischen Abend oder zur Paella einlädt, hat mehrere Woks und Pfannen für variable Personenzahlen in Petto; zum Beispiel eine 50-cm Ausführung für die Familie allein und eine größere Alternative für den Abend mit Freunden und Kollegen.

Die Paella als Überraschung für den Grillabend
Erstaunte Gesichter sind üblich, wenn zum Grillen eingeladen wurde, diesmal aber nicht der altbekannte Holzkohle- oder Gasgrill der Mittelpunkt des Geschehens sind, sondern ein Hockerkocher und eine riesengroße Bratpfanne. Gebannt werden alle Anwesenden verfolgen, wie der Grillmeister gekonnt Meeresfrüchte in das Olivenöl gibt, um sie kurz anzubraten und damit den Geschmack zu perfektionieren. Fleisch kommt als nächstes in die Pfanne. Wenige wissen, dass in mancher Paella ungeschälter Knoblauch in ganzen Zehen zu finden ist. Tomate, Bohnen, Paprika – oder sonstiges Gemüse – folgen auf dem Fuße. Bereits beim Anbraten vom Fleisch wandeln viele Köche das Originalrezept der Paella Valenciana, der wohl bekanntesten und ursprünglichsten spanischen Spezialität, ab und wenden eigene Würzungen, Zutaten und Zubereitungstricks an. In der Paella Valenciana sind Kaninchenfleisch, Huhn und Rippchen vom Schwein – dazu Safran als Geschmacks- und Farbgebung. Doch alleine beim Safran und beim verwendeten Fleisch, Fisch (oder Meeresfrüchten) scheiden sich die Geister. Heute gibt es sogar vegane Paellas – ein Renner bei allen Gesundheitsbewussten!

Die Kunst einer guten Paella liegt nicht nur im perfekten Anbraten vom Fleisch und Gemüse, sondern auch darin, das Mischungsverhältnis aus Wasser (respektive Brühe oder Fond) und Reis so zu bemessen, dass – ohne Umrühren und Anbrennen – aus beiden Komponenten „der“ perfekte Paella-Reis wird. Übrigens benutzt man hier keinesfalls Risotto-Reis, da dieser zu klebrig ist und die Konsistenz der Paella damit nicht stimmt. Wer den Erstversuch wagen möchte, findet im Internet oder diversen Kochbüchern das Grundrezept für die Paella Valenciana, aber auch für tausende von Variationen.

Wok Geheimnisse für jede Gartenparty
Die asiatische Variation mit Hockerkocher und Wok funktioniert ganz einfach – sie ist ein stets variables Zauberspiel aus Zutaten und Gewürzen und auch hier reicht die Palette der Optionen von vegan und vegetarisch bis hin zu Gerichten mit Fisch, Geflügel oder auch Schwein und Rind. Erlaubt ist sozusagen alles, was dem Koch und seinen Gästen gefällt. Die Vorbereitung der Zutaten muss stimmen, dann sind mit mehreren kleineren Woks auch unterschiedliche Köstlichkeiten an einem Abend möglich; nacheinander, aber stets frisch, lecker und sehr wirkungsvoll. Gerade mit einem gasbetriebenen Hockerkocher ist jeder Wok schnell heiß und bereit, die Zutaten zum Hochgenuss zu verwandeln. Und wenn man als Gast so lukullisch verwöhnt wird, wartet man gerne die paar Minuten, bis das eigene Essen ganz heiß und frisch aus dem Wok auf den Teller kommt. Auch hier finden sich aber Rezepte und Ideen im Netz oder einschlägigen Kochbüchern.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Wer einen Hockerkocher und eine Riesenpfanne mit entsprechendem Maß besitzt, kann darin wunderbar auch mal ausprobieren was zu backen. Denn Schmalzgebackenes wie Zimtnudeln, Krapfen und Apfeltaschen lassen sich ebenfalls zubereiten. Das hat zwar mit Grillen echt wenig zu tun, aber wer ist schon nicht gerne Nachtisch? Hauptsache man wird satt 😉

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Klaus sagt:

    Ich hätte auch mal Lust auf so ein Teil. Und so teuer sind die ja auch gar nicht. Habe eh einen Gasgrill und Gasflaschen genug in der Scheune. Ich glaubi ch greif mal zu demnächst, wenn das Wetter wieder besser wird. Danke für den Tipp.

  2. Bertram sagt:

    Ich bin Schausteller verwende so einen Hockerkocher mit Pfanne auf größeren Events wie Kirmes, Straßenfesten und so weiter. Da lassen sich Champignons ideal in großen Mengen zubereiten und verkaufen.

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